Warum wir so viel Barfuß laufen  –  zieht den Kindern die Schuhe aus!

Früher fand ich Füße „eklig“, sogar meine eigenen. Obwohl ich als Kind jeden Sommer Barfuß durch die Welt rannte, ich liebte es, oder es war normal für mich – ab der Teenie Zeit war es damit vorbei, schöne Schuhe mussten her, auch im Sommer. Ich knickte auf gerader Strecke um, meine Füße waren dauer verstaucht, irgendwann war der Stauch-schmerz gar nicht mehr zu Spüren. Aber so beginnt glaube ich fast jede Barfußgeschichte.

Schuhe, Schuhe – aber die Richtigen

Irgendwann waren Schuhe für mir nur etwas, was mich vor Kälte, Verletzungen und unangenehmen Untergrund (wie Schotter) schützt. Mini war von sich aus schon immer ein Barfußkind, egal ob socken oder Krabbelschuhe (was ein quatsch) sie verlierte sogar Socken, sie strampelte und zog sie sich immer aus, ich fragte mich warum bei ihr keine Schuhe an den Füßen hielten – irgendwann ließ ich alles weg. Bis zu 1,5 Jahren hatte mini nur Stoppersocken an.

Sonst war sie wie ich als Kind immer Barfuss, mir gefiel es und ich machte mit! Mit zwei Jahren, trug sie dann im Frühjahr, Herbst und Winter feste Schuhe – und sie fiel immer und immer wieder hin – ich nannte sie schon „Tollpi“ (Tollpatsch) – es häufte sich. Für diesen Herbst und Winter besorge ich uns Barfußschuhe, Wildlinge-Shoes stehen ganz oben auf der Liste.

Füße nicht vom restlichen Körper trennen

Seitdem wir jetzt seit einem Jahr nur Barfuß sind, oder Barfußschuhe tragen, kommt dass gar nicht mehr vor, sie klettert und fällt nicht mehr runter und achtet viel mehr auf ihren Weg – ich sage ihr immer wieder, sie soll Achtsam gehen, warum dieses Wort, dazu später mehr.

Mehr halt, mehr Sicherheit, mehr Selbstvertrauen – wenn man Barfuß unterwegs ist. Mini hat sehr gute Füße, eben weil sie nicht eingezwängt waren oder sind, sie hat einen gut ausgeprägten großen Zeh, der zusätzlich halt gibt. Ihre weiteren Zehen passen sich der Ober,- oder unterflächte an, alle Muskeln spielen automatisch mit. Das Zehen,- Hand,- Augen spiel Funktioniert. Denn nur gut entwickelte Fußmuskeln stabilisieren die gewölbte Fußunterseite, sind diese Muskeln zu schwach, können Platt-, Spreiz- oder Senkfüße entstehen. Das führt später zu Gelenk- und Haltungsbeschwerden und schmerzen.

Die Quer- und Längswölbung des Fußes entsteht mit der Beckenaufrichtung mit 4 Jahren. Beim Barfuß laufen müssen sich die Füße ständig an die Unebenheiten am Boden anpassen. Das stärkt und trainiert die Fußmuskulatur. Beim Gehen sind Füße und Wirbelsäule eine Einheit und stimmen sich im Ablauf der Bewegung automatisch aufeinander ab. Solange die Zehenbeweglichkeit in den Schuhen eingeschränkt ist, funktioniert das nicht wirklich.

Barfußgehen wirkt sich auch auf die Stimulation der Fußreflexzonen und auf den restlichen Körper aus. Die Durchblutung wird gefördert, vermehrte Körperwärme wird freigesetzt und das Immunsystem gestärkt. Auch in/aus der Kneipp-Therapie bekannt.

Barfuß gehen als Lebensgefühl

Barfußlaufen ist auch ein sinnliches Erlebnis. Durch warmen Sand oder über weiches Moos wandern, die Grashalme zwischen den Zehen spüren – dieses Gefühl entspannt und „erdet“, im wahrsten Sinne des Wortes. Die unterschiedlichen Sinneseindrücke schulen die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Auch finden wir mehr Beziehung zu uns selbst und zur Umwelt über unsere Füße.

Kinder die barfuß die Welt entdecken dürfen nehmen sie anders wahr und es ergeben sich Beobachtungen über die Wahrnehmung und über die Umwelt. Aber vor allen Dingen: eine Verbindung zu sich selbst, zum eigenen Körper, zur natürlichen Nacktheit der Füße, Kinder und Erwachsene, die viel Barfuß gehen entwickeln eine Art siebten Sinn für mögliche Gefahren. Füße welche das Kind ein Leben lang tragen werden, sollten auch geachtet werden. Mini bringe ich bei, ihr Füße „lieb“ zuhaben, abends reinigen wir sie und cremen, oder Ölen sie gut ein.

Füße sind Wichtig!

Also wie ihr lest, Füße sind wichtig, sie tragen uns durch das Leben, also geben wir ihnen, dass was sie brauchen Freiheit, pflege und Spürsinn.

Als ich mit Yoga anfing, wurde es mir nach und nach bewusst. was stand ich im Bad und rubbelte mir die Hornhaut von den Füßen, machte mir die Nägel usw.. Ich wunderte mich immer wieder woher diese ganze Hornhaut kommt..ich verzweifelte fast daran. Seitdem ich Barfuß gehe, habe ich mit Hornhaut gar keine Probleme mehr!

Es ist unhygienisch und schmutzig

Ähm, NEIN – ist es nicht! Am barfuß laufen ist drinnen wie draußen nichts unhygienisch! Krankheitserreger befinden sich überall, ob ihr nun zum Einkaufen, oder mit den Händen im Spielplatzsand wühlt oder die nackten Füße in den Waldboden, Strandboden oder sonst wo buddelt, eine tägliche Fußhygiene sollte eh sein! Fußbäder sind für Kinder und auch Erwachsene schöne Momente der Entspannung und können ein tolles Ritual werden.

Also, schuhe aus und los geht es!